Manchmal merkt man es erst, wenn der Kissenbezug in der Wäsche ist. Man hält das Kissen kurz in der Hand, riecht daran – und ist überrascht, wie intensiv es riecht. Leicht säuerlich, irgendwie muffig, manchmal fast ranzig. Dabei wurde das Bett regelmäßig gemacht, der Bezug gewechselt. Das Kissen selbst kam nie in die Wäsche.
Genau da liegt das Problem.
Warum Kissen so schnell riechen
Ein Kissen liegt jede Nacht direkt am Gesicht. Schweiß, Speichel, Hautfette, Haarrückstände von Pflegeprodukten – all das landet auf dem Kissen. Der Bezug fängt einen Teil davon auf, aber nicht alles. Ein Teil zieht durch den Stoff ins Kissenmaterial selbst.
Bei Schaumstoffkissen passiert das besonders schnell, weil Schaumstoff Feuchtigkeit aufnimmt und nur langsam wieder abgibt. Bei Daunen- und Federkissen dauert es etwas länger, aber auch dort setzt sich Feuchtigkeit fest – und mit der Zeit bilden sich Bakterien, die den typischen muffigen Geruch verursachen.
Nach einem Jahr ohne Wäsche ist es fast immer so weit. Manche Kissen riechen schon früher.
Waschen: was geht und was nicht
Die meisten Synthetik- und Schaumstoffkissen können bei 60 Grad in die Waschmaschine. Bei dieser Temperatur werden Bakterien zuverlässig abgetötet und der Geruch geht in der Regel vollständig raus – vorausgesetzt, das Kissen ist nicht schon zu alt und der Geruch sitzt nicht zu tief.
Daunenkissen brauchen ein anderes Programm: 30 bis 40 Grad, Schongang, und unbedingt ein paar Tennisbälle mit in den Trockner, damit die Füllung nicht zusammenklumpt. Wer keinen Trockner hat, muss das Kissen an der Luft vollständig durchtrocknen lassen – was je nach Füllung mehrere Stunden dauern kann.
Das Wichtigste beim Waschen: das Kissen muss komplett trocken sein, bevor es wieder benutzt wird. Ein noch feuchtes Kissen, das in den Bezug gesteckt wird, fängt schnell an zu schimmeln – von innen, unsichtbar, mit entsprechendem Geruch.
Was tun, wenn Waschen nicht reicht
Manchmal hilft auch ein Waschgang nicht mehr. Das Kissen riecht nach dem Trocknen besser, aber nach einer oder zwei Nächten ist der Geruch zurück. Das passiert, wenn sich der Geruch tief im Material festgesetzt hat oder wenn das Kissenmaterial selbst abgebaut ist.
In diesem Fall lohnt sich ehrlich zu sein: Ein Kissen, das trotz Wäsche anhaltend riecht, ist alt genug für einen Wechsel. Kissen haben eine Lebensdauer von etwa zwei bis drei Jahren bei regelmäßiger Nutzung – weniger, wenn sie nie gewaschen wurden.
Ein einfacher Test für den Zustand: Kissen zusammenfalten und loslassen. Wenn es sich nicht von selbst wieder entfaltet, hat das Material nachgelassen.
Geruch vorbeugen ist einfacher als beseitigen
Wer das Kissen alle drei bis vier Monate wäscht, hat das Problem selten. Dazu kommt ein waschbarer Kissenschoner unter dem Bezug – er hält einen Großteil der Feuchtigkeit vom eigentlichen Kissen fern und kann häufiger gewaschen werden als das Kissen selbst.
Morgens den Kissenbezug kurz zurückschlagen und das Kissen offen liegen lassen, bevor man das Bett macht. Auch das hilft: Die Nachtfeuchtigkeit kann abziehen, bevor sie sich weiter ins Material zieht.
Wer zusätzlich merkt, dass die Bettwäsche insgesamt schnell riecht, sollte das Wechselintervall generell überprüfen – Kissen und Bettwäsche bedingen sich gegenseitig stärker, als man denkt.
